Vorhang auf…

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Der Untertan @ Residenztheater

Vom kleinen Drang zum ganz Großen.

So erzählte es Heinrich Mann bereits vor der Machtergreifung und sah damit dem Deutschen tief in die Seele.

Auch in der Inszenierung von Alexander Eisenach blickt man selbstverständlich aufs Seelenheil dieses äußerst formbaren wie wankelmütigen Diederich (fantastisch wendehalsig gespielt von Lukas Rüppel).

Viele Ideen zünden hier, reißen mit in einen Sog des Unaufhaltsamen, aber auch wenn die Inszenierung hohen Unterhaltungswert besitzt, verliert sie nie den Kern der Vorlage aus den Augen.

Ein Frauenchor und eine nahezu interaktive Balkonszene sind die weiteren Höhepunkte des Abends.

So kann man, nein, so muss man den Untertan heute darstellen.

Ein Genuss! 

Romeo & Julia @ Residenztheater

1597 gedruckt und weltbekannt – natürlich ganz zu Recht. Mit einer grandiosen Wucht bringt Elsa-Sophie Jach das Stück nun auf die Bühne der Kammerspiele. 

Der Anfang ist fordernd, aber wie bei einem guten Buch setzt es den Ton, dann nach einer halben Stunde wird aus dem Ton Rhythmus, alles verneigt sich, alles vereint sich, nicht ohne nötigen Neuzeitanstrich wie Fingerzeig. Anschliessend komponiert sich das Stück virtuos zum ans Herz gehenden, so oft gesehenen und doch hier überschaschend ergreifenden Finale furioso. Ein tolles Ensemble mit einer großartigen Lea Ruckpaul. Wunderbar choreographiert in oder auf einem hydraulischen Metallstangenlabyrinth von Dominik Wiecek.

Ein brillanter Abend. 

Ansehen! 

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