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Oh Maria

 

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Maria Stuart in den Münchner Kammerspielen. Wenn das kein Remix von Frau Jelinek mit Stammheimanleihen ist, ist das eine Bank.

Kein Wunder, dass alle Vorstellungen im März bereits ausverkauft sind, aber zu Recht?

Allein soviel sei gesagt: Annette Paulmann, die bereits in Genet´s Zofen oder Kafka´s Prozess (ebenfalls Kriegenburg) so brillierte ist den Besuch wert.

Der in Jamben gehaltene, gesprochene Orginaltext ist am Anfang sehr ungewohnt und besonders, aber schnell genug ist man als Zuschauer dann doch im Sound, auch wenn hier und da weiterhin die eine oder andere Betonung ein wenig verrutscht.

Das Spiel, mit Ausnahme eines qietschend lustigen Abgesandten, hält Regisseur Andreas Kriegenburg durchweg reduziert und unweigerlich beginnt man die einzelnen Figuren alsbald selbst zu psychologisieren, vor allem durch die Interpretation dessen, was sie spielerisch auslassen.

Das Bühnenbild hat Kriegenburg auch gleich noch selbst entworfen. Zwei Frauen, beide in Ketten gelegt, die eine im Hellen, die andere im Dunklen. Das hat man so noch nicht gesehen. Das hat man so auch noch nicht gehört.

Maria Stuart und die Kammerspiele das kann man sich immer ansehen.

 



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