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„Jagdszenen aus Niederbayern“ entkernt

Bildschirmfoto 2015-02-25 um 09.06.03

(Photo: JU/Ostkreuz)

Natürlich gibt es, den fast schon obligatorischen Knalleffekt.

Natürlich ist das Bühnenbild (Annette Murschetz) wie immer bereits an sich eine Schau.

Natürlich gibt es zahlreiche Abblenden.

Und natürlich ist der musikalische Teppich exzellent.

Das kennt man alles, besonders bei Kusej.

Was er aber aus dem 1966 uraufgeführten Volksstück von Martin Speer macht ist nicht nur überaus spannend sondern überdies hochaktuell.

Ressentiments prallen auf innere Konflikte.

Wer gönnt sich was und wer denkt nicht nur an sich?

Taugt etwas zum Feinbild, auf das sich alle einstimmen können?

Man fühlt sich an das weisse Band erinnert und doch geht das Stück darüber hinaus, gerade in der mutigen, grandiosen Besetzung der Katja Bürkle (nicht im Hinblick ihrer spielerischer Klasse gemeint).

Eine vortreffliche, eine ganz kusejistische Gastinszenierung, die aber auch weh tut oder einfach:

„Jagdszenen aus Niederbayern“ entkernt.

p.s

Ich komme aus exakt einem solchen Dorf und kenne das alles zu genau. Ich habe diese drückende Atmosphäre mit der Milch mitbekommen: die bedrohliche Enge, die ewig gleichen Vorurteile, die korrupte Verlogenheit, die bigotte Frömmigkeit. Besonders spannend finde ich das Uneindeutige der Figuren. Man versteht nie wirklich, wie sie eigentlich sind: schlampig oder brav, schwul oder nicht, anständig oder verräterisch.“ – MARTIN KUŠEJ

 



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