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„Baal“ mal ein bisschen peng peng

BAAL/Residenztheater

„Das hat mit unserer Vorstellung von Baal nichts oder nicht viel zu tun“, so, oder zumindest so ähnlich, liess es der Suhrkamp Verlag nebst eingereichter Unterlassungsklage letzte Woche durch den Blätterwald flattern.

Da darf man ruhig verwundert sein, ist denn mit Frank Castorf im Grunde doch ein echter Könner am Werk und auch dem Brecht wird mancherorts nachgesagt dem „Baal“ mangelt es nicht am Einfluss von Kriegseindrücken.

Aber keine Angst „Ich höre immer noch auf den Regen“ gibt es natürlich und auch den Irrsinn, Wahnsinn und natürlich die Wollust.

Machte es in den Zeitungsberichten über den Rechtsstreit den Eindruck hier gäbe es viel Drumrum und wenig Baal, ist dem dann gar nicht so.

Selbstverständlich ist die zweite Ebene inmitten der Wirrungen des Vietnam Krieges eine Überraschung, doch eben gerade im Hinblick auf den möglichen depressiven Hintergrund der Zeit in der das Werk verfasst wurde, passt das einfach. Bei über vier Stunden muss sich das Ensemble natürlich winden, aber das ist bei Castorf gewöhnlich so und den Schauspielern gelingt das bis auf ein paar zu vernachlässigenden Ausnahmen auch gut bis sehr gut.

Dieser Baal Spass macht, vor allem, weil er sich selbst, besonders im zweiten Teil, nicht mehr so wichtig nimmt.

Das ist zweitgemäß, fügt sich nahtlos in die Intendanz von Martin Kusej ein und ist trotz der vielen Minuten äußerst kurzweilig.

Bleibt nur zu hoffen die gegensätzlichen Parteien einigen sich auf eine Weiterführung dieser unterhaltsamen Aufführung.

(Fotos: Aurin)

 



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