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König Lear an den Münchner Kammerspielen

v.l.n.r.: Thomas Schmauser, Julia Windischbauer, Gro Swantje Kohlhof, Samouil Stoyanov

 

Die Welt hat sich verändert. Der König tritt ab, jedoch wem die Macht weitereichen, ist hier die Frage.

Ob Shakespeare oder nicht, die Problematik bleibt stets dieselbe.

Besser will man es machen, schlechter soll es nicht werden und am besten auch nicht gleich anders?

Der großartige und in den Kammerspielen mit seinem „Unheimlichen Tal“ (in kongenialer Zusammenarbeit mit Rimini Protokoll) gefeierte Autor Thomas Melle („Die Welt im Rücken“) hat für die Inszenierung von Stefan Pucher an den Münchner Kammerspielen eben jenen bühnenbekannten Shakespeare übersetzt, bearbeitet und eben auch erweitert. Von der ersten Minute an entfaltet sich so ein Bildstrom, der den Zuschauer in seinem Sog aus Ironie und Spannung zwangsläufig mit nach unten zieht. In stets ironiebehafteter Inszenierung bleibt wenig Zeit zum Denken und so sinnbildlicht Frau oder Mann im Schwelgen der Worte, Präsentation, Macht oder der Musik.

Verirrte Gestalten, meisterhaft verkörpert von einem Ensemble um Thomas Schmauser, Samouil Stoyanov und Gro Swantje Kohlhof wirren sich hier zum Schaffot. So leicht und zugleich tragisch (unterstrichen von visuell höchsten Tönen) hat man den Lear vielleicht noch nie gesehen.

Ein Erlebnis!

 



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