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Philipp Lahm @ Marstall (Residenztheater München)

Das ist doch der Fussballer, oder?

Also nicht weiter verwunderlich, dass sich in dieses Ein-Personen-Stück bei den vergangenen Vorstellungen irrtümlich auch einige Fussballfans verloren hatten.

In ballfachlicher Hinsicht wurden sie selbstverständlich enttäuscht, enttäuscht von einem Abend, der so ziemlich alles aufbietet, das Theater so lebendig, so gut, so zu einem Erlebnis macht.

Allen voran Gunther Eckes, der in den fast neunzig Minuten überwortreicher Spielzeit schlichtweg brilliert.

Ob Singen, Tanzen oder schlicht das Erzählen, alles scheint ihm an diesem Abend nur allzu mühelos von der Hand zu gehen.

Wir sehen also Philipp Lahm, der eben nicht oder doch genau der Philipp Lahm ist und verfolgen ihn dabei, bei dem, das grundsätzlich eben nicht zur Aufmerksamkeit gereicht.

Nägelschneiden, Duschen oder Fernsehen und zwangsläufig schweifen einem, zwischen den über 60 Szenen mit hervorragenden Videoeinspielungen (Otto Dix lässt grüßen), die Gedanken ab,

um das eigene Leben zu hinterfragen, mit all den eigentümlichen Abneigungen, persönlichen Neurosen, wie Exzessen der Vergangenheit.

Das fordert und führt schlussendlich zu Fragen wie:

Ist es wirklich so schlecht ein Philipp Lahm zu sein?

Bin ich etwa glücklicher?

 

Gunther Eckes könnte, so ist man sich sicher, noch stundenlang weiterspielen,

das Publikum dankt seine Darbietung mit großem Applaus.

Anschauen!

 

Nächste Vorstellungen: 10 & 17. Januar 2018

(Fotos: Julian Baumann)



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