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KÖNIG ÖDIPUS @ Residenztheater oder der Gang der Dinge

 

KÖNIG ÖDIPUS/Residenztheater

Eine Prophezeiung,

die du selbst erfüllst,

gegen die du dich dein Leben lang gewehrt hast,

und die, aufgrund deines Kampfes im besagten Ergebnis endet,

genau davon handelt Sophokles Drama um den König Ödipus.

So frisch, wie der von Dietrich Ebener übersetzte Text hier im Münchner Residenztheater in Szene gesetzt wird,

hat man ihn jedoch selten gesehen.

In Anzügen, 

unablässig die Zigarette zum Mund führend, 

sinnierend, 

fordernd und diskutierend,

wird hier, die oft zitierte inzestuöse Geschichte mit dem Vatermord dargestellt.

Der Zuschauer beobachtet das Geschehen dabei stets von außen, 

durch die Glasscheiben des Gebäudes,

und trotzdem ist man dabei sofort mitten drin, ganz, ganz nah dran am Drama.

Thomas Lettow brilliert in einer seiner ersten Hauptrollen und auch das übrige Ensemble spielt stark.

So funktioniert der altbekannte Stoff auch heute noch bestens, 

und wirft in dieser Inszenierung von Mateja Koleznik ganz nebenbei noch eine brandaktuelle Fragen auf:

Ist das System entscheidender als das Individuum?

Die entscheidenden Dinge des Lebens wurden seit eh und je sowieso nur hinter den großen Sälen besprochen.

 



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