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„Babai“ hat drei Förderpreise beim Filmfest München 2015 abgeräumt oder Sehen sie diesen Film!

 

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Hat „Babai“ zu Recht den Förderpreis Deutsches Kino auf dem Münchner Filmfest für Regie, Drehbuch und beide Hauptdarsteller gewonnen?

Kann man einen Kunstpreis, der von einer mehrköpfigen Jury (in diesem Fall Victoria-Mastermind Sebastian Schipper, Produzent Peter Rommel und Schauspielerin Johanna Wokalek) vergeben wird, überhaupt zu Recht gewinnen?

Ja, falls die übrigen Konkurrenten beispielsweise in einer anderen Liga spielen.

Das war in diesem Jahr aber nicht der Fall.

Vor allem mit „Alki Alki“ und „Die Maßnahme“ um nur zwei zu nennen, durften sich sehr gute bis gute deutsche Filme zumindest berechtigte Hoffnungen machen.

Warum also „Babai“?

Natürlich hat man Visar Morinas Film allein der Brandaktualität des Themas wegen, bereits bei Festivalstart auf der Rechnung gehabt.

Auch laut des gerade in den Kuchenreuther Kinos überaus sympathischen Kassenpersonals waren alle Vorstellungen rasch gut gebucht,

aber warum gerade Preise für diesen Film?

Weil allein die Augen des kleinen Val Maloku mehr erzählen als so mancher Filmstoff.

Hineingezogen in die kindliche Perspektive, fühlt man sich wage an „Fahrraddiebe“, „Sling Blade“ oder vielleicht „Kolya“ erinnert,

und man leidet, man leidet hier so sehr mit an dieser Heimatlosigkeit, an dieser Erwachsenenwelt und der Tatsache ihr hilflos ausgeliefert zu sein.

Und selbstverständlich eignet sich „Babai“, der in den neunziger Jahren spielt, ebenso vortrefflich zur Metapher für die heutige Lage Europas,

doch dem Film gelingt noch Größeres. Schauen sie ihn sich an.

Man wird Vals Augen so schnell nicht vergessen können, vielleicht nie mehr.

Eine kleine politische Geschichte, ein großartiger Film mit enormer Wirkung.

Danke an die Jury.

 



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