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Lesen sie Andre Agassi´s „Open“

 

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Es gibt Biographien, die erzählen vom Leben und vergessen zu unterhalten.

Und dann gibt es diese Lebensgeschichten, die sich darüber hinaus noch in literarischen Ergüssen versuchen.

Beide Arten von Bücher sind zäher als Kaugummi, doch oft, zumindest aus Respekt vor der jeweiligen Persönlichkeit, kämpft man sich durch.

In den seltensten Fällen wartet am Ende dann doch noch eine Belohnung. Man weiß einige Dinge, die man vorher nicht wusste.

Im Jahre 2009 erschien mit großem Getöse die wortreiche Lebensgeschichte des amerikanischen Tennisspielers Andre Agassi.

Von Boulevard bis Feuilleton war da plötzlich von Drogen die Rede und von einer Abneigung gegenüber Boris Becker, letzteres zumindest in der deutschen Presselandschaft.

Zu wahllos erschien uns eine weitere Tennisbiographie a la „Augenblick verweile doch…“, Grund genug uns zunächst nicht mit dem Thema zu befassen und das Buch geriet in Vergessenheit.

Als nun letzte Woche nach über sechs Jahren eine Ausgabe besagten Buches auf unserer Redaktionstisch landete, gaben wir der Sache doch noch einen weiteren Versuch.

Um es vorweg zu nehmen, wir lasen das 600-Seiten starke Werk in 2 Tagen.

Aber warum war das so?

Das Buch ist eine packende Geschichte mit Realbezug.

Es behandelt den großen Widerstreit des Menschen, die Brücke zu sich selbst zu überwinden.

Es ist in seiner Wortwahl so geschliffen, dass man zum Beispiel im zweiten Kapitel, doch tatsächlich meint die Stimme eines  Neunjährigen zu hören, der von seinem Erlebnissen erzählt.

Es ist eine wunderbare Liebesgeschichte und darüber hinaus trotz aller Höhen und Tiefgang ein herzliches „Ja“ an das Leben.

Es besitzt ungemein starke Protagonisten/Charaktere.

Und es ist sehr, sehr witzig.

Was Andre Agassi mit einer Offenheit und sein Ghostwriter, Literat J.R. Moerhinger, da geschaffen haben, ist ein Juwel im Meer der Biographien.

Das Buch macht süchtig und nach der letzten Seite gewinnt man ein sehr anderes Bild des angeblich punkigen Paradiesvogels aus Las Vegas.

Nicht nur für den Tennisfan, für den Liebhaber guter Geschichten ein Muss.

 



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